30.09.2009

von B° RB

Music for a while

Hamburger Ratsmusik bringt Kompositionen von Henry
Purcell zu Gehör

Bayreuther Barock: Sichern Sie sich Ihren Logenplatz

"Music for a while" lautet der Titel eines Konzertabends mit der Hamburger Ratsmusik, der im Rahmen des diesjährigen Bayreuther Barock am Samstag, 26. September, um 19.30 Uhr, im Markgräflichen Opernhaus stattfindet. Er steht ganz im Zeichen des britischen Komponisten Henry Purcell, der in diesem Jahr 350 Jahre alt geworden wäre.

Bereits von Zeitgenossen mit dem Titel Orpheus Britannicus gewürdigt, galt Purcell vor allem durch seine Vokalwerke lange Zeit als größter englischer Komponist. Als Schüler und Nachfolger von John Blow und Matthew Locke übernahm er 1676 das Organistenamt an der Westminster Abbey. Bemerkenswert an seinen Werken ist vor allem die einfühlsame Verwendung der englischen Sprache. Seine drei- bis siebenstimmigen Fantasien für Violen da gamba sind in ihrer kompositorischen Dichte einzigartig.

Wie lebt und arbeitet ein Künstler, Komponist und Musiker in einem Jahrhundert voller politischer und religiöser Unruhen? England im 17. Jahrhundert ist erschüttert vom Sturz der Monarchie, der blutigen Revolution und dem Versuch einer Restauration, während derer sich innerhalb von wenigen Jahrzehnten drei Monarchen das Zepter übergeben. Purcells musikalische Laufbahn in dieser Zeit ist vielfältig, vielseitig, vielschichtig. Seine Consortmusik, die Fantasien für Violen da Gamba, sind Meilensteine des modernen Consortrepertoires und gleichzeitig letzte Beispiele ihrer Gattung. Komponiert in einem konzentrierten Arbeitsanfall, sind sie ein frühes Zeugnis seines kompositorischen Schaffens. Purcell selbst scheint an ihrer Verbreitung jedoch kein großes Interesse gehabt zu haben.

Die Hamburger Ratsmusik ist ein junges Ensemble mit dennoch 500jähriger Geschichte. Seine Anfänge reichen zurück bis ins 16. Jahrhundert. Nach dem Grundsatz "Gott zu Ehren und Hamburg zur Lust, Ergötzlichkeit und Nutz"  leistete sich die Stadt ein Eliteensemble von acht Ratsmusikern, das vielen fürstlichen Hofkapellen Konkurrenz machen konnte. Seine erste Blüte erreichte das Ensemble im 17. und 18. Jahrhundert unter führenden Musikern wie William Brade, Johann Schop, Georg Philipp Telemann und Carl Philipp Emanuel Bach. Wieder auferweckt 1991 von der Gambistin Simone Eckert, hat das Ensemble seither mit Hingabe und Enthusiasmus ein umfangreiches und außergewöhnliches Repertoire erarbeitet. Für die Musiker ist die Musik ihrer Vorgänger durch ihre enge Anlehnung an Rhetorik und durch nuancenreiche Artikulation so "beredt", so nah an der menschlichen Sprache wie keine andere. Durch ihre klaren Strukturen und die vielfältigen Rhythmen, entlehnt aus jahrhundertealten Tänzen, entwickelt die Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts ihren eigenen Swing.

Die Veranstaltungen im Rahmen des Bayreuther Barock finden mit freundlicher Unterstützung der Oberfranken-Stiftung statt. Karten für das Konzert gibt's bei der Theaterkasse am Luitpoldplatz 9, 95444 Bayreuth (geöffnet montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr sowie samstags von 9 bis 14 Uhr), Telefon (09 21) 6 90 01, Fax (09 21) 2 20 42, E-Mail: info@kurier-tickets.de. Programminfos im Internet unter www.bayreuther-barock.bayreuth.de.

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